Mein Tag in der Krippe!

Mein Name ist Nico und ich bin 19 Monate alt. Meine Eingewöhnung ist inzwischen abgeschlossen und ich bleibe täglich von 8:30-16:00 Uhr im Kindergarten.

Ich treffe im Kindergarten ein. Ronja begrüßt mich und meine Mama. Sie steht im Eingangsbereich und heißt jede Familie und jedes Kind willkommen. Ein kurzer Small-Talk folgt. Mama erzählt Ronja, dass wir bald in den Urlaub fahren und ich eine Woche nicht komme und dass ich heute Nacht ziemlich unruhig geschlafen habe. Ronja bückt sich zu mir herunter und stellt mir meine Auswahl an Begrüßungskarten vor: „Wo möchtest du heute deinen Tag starten, Nico? Im Rollenspielraum mit Nicole, im Bauraum mit Lasse, Kneten mit Melanie im Atelier oder möchtest du noch etwas Frühstücken? Heute gibt es Brötchen und Rührei!?“. Ich habe mich schnell entschieden. Das Frühstück im Kindergarten lasse ich mir nur selten entgehen. Ich nehme die Begrüßugskarte „Frühstück“ in meine Hand.

Mama begleitet mich zur Garderobe und zieht mir meine Hausschuhe an. Dann flitze ich schnell zum Frühstücksbuffet. „Karte nicht vergessen“. Die Begrüßungskarte schmeiße ich in einen Briefkasten im Restaurant. Die Erzieher haben Dank der Karten einen guten Überblick. Mir macht es einfach nur Spaß die Karte in den Briefkastenschlitz zu schmeißen. Katharina begrüßt mich und fragt mich, ob ich Hilfe brauche. Ich nicke. Vieles kann ich schon alleine, aber das Rührei möchte einfach nicht auf dem großen Löffel bleiben. Im Hintergrund nehme ich die Stimme meiner Mutter wahr: „Möchtest du dich nicht verabschieden. Ich gehe jetzt zur Arbeit, Nico“. Achja… da war ja was. Fast vergessen. Ein flüchtiger Kuss und „winke, winke“. Mama ist dieses Verabschiedungsritual sehr wichtig, um gut in den Tag zu starten. Zurück zum Buffet.  

Nach dem Frühstück räume ich meinen Platz ab. Ich weiß schon sehr genau wie das funktioniert. Teller vorsichtig zum Geschirrwagen tragen und danach das Glas nicht vergessen. Das Lätzchen geht immer ganz schön schwer über meinen Kopf. Zum Glück eilt Katharina schon zur Hilfe.

„Nico, vergiss nicht deine Ärmel hochzukrempeln, sonst werden sie ganz nass“. Das kann ich schon ganz alleine. Ich gehe in den Waschraum. Katharina hilft noch kurz Vivi beim Abräumen. Das ist mein Moment. Wasser an und Spaß haben. Katharina und Vivi sind auch bald da. Jetzt zeigt uns Katharina, wie wir richtig unsere Hände waschen. Matschen mit Wasser macht Spaß. Meine Hände trockne ich mir dann auch gerne ab, der automatische Handtuchspender macht lustige Geräusche. Ich lache.

Katharina fragt mich, in welchem Raum ich nun spielen möchte bis der Morgenkreis beginnt. Eine einfache Frage. „Bei Lilly!“, antworte ich. Lilly ist meine beste Freundin im Kindergarten und mit ihr ist es immer lustig. Katharina erklärt mir, dass Lilly im Atelier ist. Ich überlege kurz. Klingt nicht verkehrt. Ab ins Atelier.

Wir kneten noch etwas. Lilly und ich vermischen die blaue und die grüne Knete. Das ist lustig. Die Tür geht auf. Lilly wird gefragt, ob ihre Windel voll ist. Sie nickt und folgt Jenny. Lilly weiß genau, dass es vor dem Morgenkreis noch einmal kurz eine frische Windel gibt, damit wir frisch in den Tag starten können. Meine Windel ist noch ganz trocken.

„Aufräumzeit!“ ertönt eine Stimme. Ich weiß was das bedeutet. Es ist fast 9:30 Uhr. Wir räumen das Spielzeug weg und machen unseren Morgenkreis. Im Morgenkreis feiern wir heute Leos Geburtstag. Wir singen und spielen und reden über das Wetter und Leo darf eine Kerze auspusten und wir klatschen. Das macht Spaß! Dann holt Melanie die große Tafel rein. Ich sehe schon meinen Magnet-Button. Im Morgenkreis dürfen wir Kinder uns immer aussuchen, an welchem Angebot wir teilnehmen möchten. Melanie erklärt uns, anhand von Fotoaufnahmen der Räume und pädagogischen Fachkräfte, welche Angebote zur Auswahl stehen. Darunter pinnen Kreise. Es dürfen nur so viele Kinder in das Angebot, wie Kreise auf der Tafel sind.

Ich habe mich schon entschieden. Heute kommen Leyla und Kaya, die Therapiehunde. Melanie fragt mich an welchem Angebot ich teilnehmen möchte. Ich nehme meinen Magnet-Button und pinne ihn in den freien Kreis unter dem Hundefoto. „Gut gemacht Nico“. Finde ich auch.

Alle Kinder haben sich ein Angebot ausgesucht. Ronja öffnet die Tür und bittet mich mitzukommen. Leyla und Kaya sind bereits da und warten im Bewegungsraum. Sie sammelt die Kinder, aus allen Morgenkreisen, die sich für das Angebot entschieden haben zusammen und hilft uns, unseren Weg zu finden. Erzieherin Katharina begleitet uns. Sie ist genauso gerne bei den Hunden, wie ich.

Eine Stunde haben wir nun Zeit mit den Hunden zu spielen, sie zu füttern und etwas über sie zu lernen. „Nicht am Schwanz ziehen, das tut den Hunden weh Nico“. Das habe ich jetzt auch verstanden. Ich gähne. Langsam werde ich müde. Katharina geht mit uns um 11 Uhr zurück in die Krippenräume. Wieder darf ich mir einen Raum aussuchen und der Bauraum soll es sein. Ich spiele. Wie lustig, Lilly ist auch von ihrem Ausflug wieder da. Sie gähnt. Und jetzt gähne auch ich wieder.

Laura winkt Ronja herbei. „Ich glaube wir haben hier zwei müde Kinder“. Ronja fragt mich, ob ich mit zum Wickeln und Essen kommen möchte. Na klar will ich!

Im Wickelraum steige ich ganz alleine die Treppen hinauf. Ronja lässt mich bei Allem helfen und erklärt mir genau was sie macht. Und fertig. Ich genieße immer die kurzen 4-Augen Momente. Jetzt konnte ich Ronja auch gleich mein neues Pflaster mit Feuerwehrmann Sam zeigen, dass mein Knie seit dem Wochenende ziert.

„Denkst du daran dir deine Hände zu waschen, Nico?“. Wie konnte ich das nur vergessen? Ronja und ich waschen zusammen unsere Hände. Dann darf ich zum Mittagsbuffet gehen, wo Kiki schon auf mich wartet.

Am Buffet bin ich schon richtig geübt. Lätzchen an und los geht’s. Wenn es um das Mittagessen geht bin ich ein kleiner Genießer. Fast eine Stunde sitze ich am Tisch. Die Zeit drängt nicht. Wenn mir das Essen besonders gut schmeckt, brauche ich oft etwas länger.

Langsam ist es genug. Ich räume meinen Platz ab und signalisiere, dass ich fertig bin. Lätzchen aus und ab zum Händewaschen. Nach dem Händewaschen gehe ich in den Schlafraum. Ich weiß genau, wo mein Bettchen ist. Und rein da. Oder doch wieder raus? Eigentlich doch ganz lustig, wenn Roja mir hinterherlaufen muss. „Eingefangen“. Da hat mich Roja geschnappt. Ich lache. Ein bisschen Spaß vor dem Mittagsschlaf muss sein. Roja streichelt mir meinen Kopf und ich kuschle mich in meinen Schlafsack……

Ich gähne. Schon wieder wach? Es ist fast 14 Uhr. Ich habe gut geschlafen. Roja freut sich, dass ich wach bin. Ich freue mich auch. Raus aus den Federn. Im Flur begrüßt mich Katharina: „Hast du gut geschlafen Nico“. Ich nicke, noch etwas abwesend. Katharina begleitet mich zum Wickeln und Händewaschen. Dann zieht sie mich wieder an. Eine tolle Gelegenheit erneut auf mein Pflaster hinzuweisen.

Ich darf mir einen Angebotsraum aussuchen und entscheide mich für den Rollenspielraum. Hier ist gerade Kaffee-Klatsch mit Laura und ein paar anderen Kindern. Serviert wird lustiger Quatschkuchen.

Im Anschluss setzen wir uns auf den Boden und dürfen etwas Obst und Knabberbrezeln naschen. Hmm, lecker! Der Rollenspielraum füllt sich langsam und auch Lilly ist inzwischen wach und gewickelt. Jetzt spielen wir wieder ein wenig und laufen im Raum auf und ab. „Ihr habt aber viel Energie“, stellt Lasse fest. Wir lachen. „Es wird Zeit in den Elementar-Bereich zu gehen, dann könnt ihr im Bewegungsraum spielen“. Nach dem Schlafen gehen wir immer hoch zu den großen Kindern. Ich bin gerne da und wenn ich groß bin, darf ich sogar jeden Tag „oben“ sein.

Im Bewegungsraum angekommen, stürzte ich mich auf die große Nestschaukel. „Nicht so feste Anschaukeln. Nico ist noch etwas kleiner als ihr!“. Vonwegen Martin. Ich bin schon ein ganz schön großer und selbstständiger Junge. Einen Tag im Kindergarten mache ich mit Leichtigkeit. „Nico Mama!“, höre ich Lilly sagen. Mama kommt lächelnd auf mich zu. Sie ist immer ganz glücklich, wenn die Arbeit vorbei ist und sie mich wieder abholen kommen darf. Bis morgen Kindergarten!

Jetzt geht’s auf den Spielplatz!